Aktivitäten

AUFRUF!

 

Landwirtschaftliche Verbände, sowie aktive und interessierter Bürger Bergrheinfelds zum Thema „Bergrheinfeld unter Strom“ rufen auf:

 

Zu unserem geplanten Protestzug gegen Südlink und Folgeprojekte

 

Treffen wir uns am Mittwoch, den 22.06.2016 um 16.45 Uhr

am Ortseingang von Bergrheinfeld (Schweinfurt – Riedelstraße).

 

Von hier aus startet unser Protestzug zum Infomarkt der Fa. TenneT (Bürgersprechstunde Konverter Süd).

Hierzu erbitten und erhoffen wir viele Teilnehmer und Interessierte, die eine verfehlte Energiepolitik mit überdimensioniertem Netzausbau nicht hinnehmen möchten.

 

Im Anschluß an die Veranstaltung, laden wir alle Mitstreiter, Teilnehmer und Stammtischfreunde zu unserem Grillfest "Gegen Südlink",

ab 19.00 Uhr in den Garten unseres Sprechers Norbert Kolb ein.

Für Getränke ist ausreichend gesorgt, Grillgut bitten wir jeden selbst mitzubringen.

->Zugang zum Garten vom Spielplatz am Wad aus (am langen Graben).

 

Es ist geplant weitere Veranstaltungen anzusprechen/vorzuschlagen, die wir für die Öffentlichkeit durchführen möchten.

 

Bitte unterstützen Sie uns gegen den Südlink. Gemeinsam macht stark. Wir freuen uns auf Ihr erscheinen. Weiterhin findet dieser Stammtisch regelmässig am letzten Mittwoch im Monat statt.

 

Ihre Verbände BBV, Flurbereinigung, Jagdgenossenschaft und alle Bürger die uns bisher unterstützten.

Danke.

 

Herzliche Einladung ergeht an alle Interessierten Bürger von Bergrheinfeld, Garstadt und der umliegenden Gemeinden.

 

---

 

 

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sabotiert die Energiewende durch Ausbau neuer Stromtrassen für Braunkohle

 

Gemeinsame Protest-Pressemitteilung

Im Referentenentwurf EEG 2016 des Bundeswirtschaftsministeriums zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) heißt es: „Der Ausbaubaukorridor ist von zentraler Bedeutung für die Synchronisation mit dem Ausbau der Stromnetze.“ Im Klartext bedeutet das: Der Neubau von Solar- und Windanlagen muss warten, bis die Fernübertragungsnetze fertig gestellt sind – und das wird noch viel Zeit brauchen.

 

Mit dieser Entscheidung gegen eine Beschleunigung der Energiewende befasst sich unsere Pressemitteilung. Die unterzeichnenden Organisationen protestieren, denn hier vertritt der Wirtschaftsminister - ohne Rücksicht auf den Schutz der Weltbevölkerung vor der Klimakatastrophe - eindeutig die Wirtschaftsinteressen der konventionellen Stromwirtschaft, die um den Weiterverkauf ihres Braunkohlestroms bangt.

 

Die wirtschaftliche Seite der Angelegenheit

 

Braunkohlekraftwerke sind technisch für den Dauerbetrieb ausgelegt. Doch bei Zunahme der wetterabhängigen Stromerzeugung aus Sonne und Wind sind zunehmend Versorgungslagen absehbar, in denen Braunkohlestrom zunächst zeitweilig, später dauerhaft nicht mehr benötigt wird. Die Betreiber der Braunkohlekraftwerke suchen deshalb nach Stromkunden, die Monate und Jahre im Voraus verbindliche Dauer-Kaufverträge über gleichbleibende Strommengen abschließen. Damit der verkaufte Strom dann auch geliefert werden kann, fordern Braunkohlebetreiber neue Fernübertragungstrassen. Hier ist die Interessenlage eindeutig.

 

Angeblich braucht die Windenergie einen Ausbau der Stromnetze, damit Windstrom aus Norddeutschland nach Süddeutschland transportiert werden kann. Doch das ist eine Fehlinformation.

Eine quantitative Abschätzung der zukünftig benötigten Windstrommengen zeigt, dass in ALLEN deutschen Landesteilen (und besonders noch in Süddeutschland) ein erheblich stärkerer Windanlagen- und Solaranlagenausbau erforderlich ist, um die benötigten Energiemengen CO2-frei bereitzustellen. Bei guten Windverhältnissen wird es dann häufig sowohl in Nord- als auch in Mittel- und Süddeutschland zu hohen Windstrom-Überschüssen kommen. Ferntransportleitungen verlieren aber ihren Sinn, wenn es an beiden Enden und im gesamten Verlauf der Leitungen gleichzeitige Stromüberschüsse gibt.

 

Im umgekehrten Fall, bei schlechten Wind- und Sonnenverhältnisse fehlt CO2-frei erzeugter Strom sowohl im Norden, als auch im Süden und in der Mitte. Ferntransportleitungen können auch in diesem Fall nicht helfen. Sie könnten einzig Kohlestrom liefern – von dem wir aber aus Klimaschutzgründen wegkommen müssen.

 

Die einzige Lösung, die sowohl bei zeitweiligem Windstromüberschuss als auch bei zeitweiligem Windstrommangel hilft (das gleiche gilt auch für Solarenergie) ist der zeitliche Ausgleich, d.h. der massive Ausbau von Stromspeichern. Auch wenn das teuer ist - Jeder Unternehmer weiß, dass er investieren muss, um wirtschaftlich fertigen und liefern zu können. Das gilt auch in volkswirtschaftlicher Gesamtsicht. Und Massenproduktion senkt schließlich die Kosten.

 

Anmerkung zu Speichertechniken

 

Auf Pumpspeicherkraftwerke in Skandinavien - erreichbar nur über hunderte von Kilometern lange Fernübertragungsleitungen. - sind wir glücklicherweise nicht mehr angewiesen. Sie haben wegen geringer Energiedichte einen extrem hohen Platzbedarf, der sich geomorphologisch nur an wenigen Orten befriedigen lässt. Es gibt geeignetere Speichertechniken z.B. Batteriespeicher und chemische Speicher, Power to Gas oder Power to Liquid oder andere Neuentwicklungen mit erheblich geringerem Raumbedarf und der Möglichkeit dezentraler Aufstellung in der Nähe deutscher Solar- und Windparks.

 

Der Einwand, dass Rohstoffe für Speicher knapp werden könnten, zieht nicht, denn es gibt eine immer weiter wachsende Zahl von Speichertechniken, sogar einige Neuentwicklungen mit den häufigen Elementen Natrium und Schwefel.

 

Aus Klimaschutzgründen lässt sich eine Dekarbonisierung der Stromversorgung nicht umgehen. Das heißt Stilllegung aller CO2-emittierenden Kraftwerke. Da wir als Industrieland auf eine ununterbrochene Stromversorgung nicht verzichten können, benötigen wir dann CO2-frei erzeugten Solar- und Windstrom rund um die Uhr, auch bei einer Dunkelflaute (weder Solarstrahlung, noch ausreichend Wind.). Überschlägig brauchen wir Stromspeicher mit einer Gesamtleistung von etwa 80 GW, denn wir müssen auch an den Verkehr und die Wärmeversorgung denken.

 

Vereinfacht ausgedrückt: Weil Sonne und Wind manchmal im Überfluss angeboten werden und manchmal zeitliche Lücken aufweisen, besteht die Notwendigkeit zum Ausbau von Stromspeichern. Denn nur Stromspeicher können elektrische Leistung zeitlich verschieben. So speichern wir die Überschüsse windig-sonniger Stunden als Vorrat für die Zeiten ohne Wind und Sonne .Fernübertragungsleitungen können das nicht: Fehlende Stromspeicher stellen den Engpass für die Energiewende dar.

 

Wo bleiben Speicher-Markteinführungsprogramme mit den notwendigen Gewinnanreizen? Die sind im Referentenentwurf nicht vorgesehen. Fragt man nach, so heißt es, Speicher seien noch zu teuer. Den Bürgern Angst vor den Kosten zu machen, war schon immer ein bewährtes Mittel zur Verhinderung der Energiewende.

 

Die Fehlentscheidung für Braunkohle in ethischer Hinsicht

 

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) fixiert mit seiner Grundsatzentscheidung für die Braunkohle nicht nur eine veraltete ressourcenverschwendende, landschaftszerstörende Art der Energiegewinnung. Das BMWi agiert darüber hinaus gegen einen Beschluss der internationalen Gemeinschaft. Diese hat - sogar auf Anregung der deutschen Regierung - im Dezember 2015 in Paris zur Rettung des Klimas erhöhte Anstrengungen zur Dekarbonisierung der Energiewirtschaft beschlossen. Es gibt seit dem einstimmigen Beschluss im Dezember 2015 überhaupt keinen Zweifel mehr, dass energiebedingte CO2-Emissionen furchtbare Folgen für die Überlebenschancen aller Völker haben werden.

 

Unter einer Koalitionsregierung, in der zwei der Koalitionspartner das große „C“ im Parteinamen tragen, sollte es erlaubt sein, an christliche Grundsätze zu erinnern: Im Zeitalter der Globalisierung, die uns in immer dichtere Verbindung zu den Menschen der dritten Welt bringt, deren Schicksal durch wirtschaftliche Verflechtungen mit unserem immer enger verknüpft wird, stellt sich ganz aktuell die Frage, die schon im Gleichnis vom barmherzigen Samariter beantwortet wurde, wer denn unser Nächster sei. Der in vielen Religionen fest verwurzelte Grundsatz und wichtigstes Gebot: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, wird durch die wirtschaftlichen Aktivitäten unserer Gesellschaft immer heftiger verletzt. Die in zwanzig Konferenzen weltweit verbreiteten Erkenntnisse der Klimawissenschaften und die von entsetzten Journalisten übermittelten Berichte aus den Teilen der Welt, wo die Klimakatastrophe bereits Zehntausende von Opfern fordert, erlauben uns auch nicht mehr die bequeme Entschuldigung „Sie wissen nicht, was sie tun“. Wollen die Planer im BMWi, denen alle wissenschaftlichen Quellen offen stehen, es wirklich nicht wissen?

Haben sie noch nicht verstanden, dass sogar ein Teil der bei uns ankommenden Flüchtlinge aus klimabedingten Gründen flüchten musste?

 

Es wundert uns, dass nicht ein Proteststurm seitens der christlichen und anderer Glaubensgemeinschaften losbricht. Wo bleiben die Mahner für mehr Mitmenschlichkeit? Papst Franziskus, der nicht müde wird, unsere soziale, ökologische und mitmenschliche Verantwortung für die Welt aufzuzeigen, darf nicht länger ohne Unterstützung bleiben. Es geht schlicht und ernsthaft um die Bewahrung der Schöpfung – und damit auch um unser eigenes Überleben und das unserer Kinder.

 

Folgende Organisationen unterstützen diese Pressemitteilung:

 

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland hat diese gemeinsame Protest-Pressemitteilung aus Textbausteinen und Anregungen verschiedener Organisationen und Personen zusammen gestellt und redaktionell überarbeitet.

 

  • Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost-Trasse "Für die dezentrale Energiewende – gegen überdimensionalen Netzausbau" - Anita Dieminger, Mitglied des Presseteams
  • Bayerischer Bauernverband Bergrheinfeld - Armin Wahler, Vorsitzender
  • Bürgerforum Umwelt, e.V., Vilshofen - Dr. Anton Huber, Vereinsvorsitzender
  • Bürgerinitiative gegen Südlink und Folgeprojekte Bergrheinfeld - Norbert Kolb, Pressesprecher
  • Bürgerinitiative Heilsbronn GegenStromtrasse - Dorothea Deindörfer, Sprecherin der Bürgerinitiative
  • Bürgerinitiative Leinburg gegen Gleichstromtrassen - Olaf Lüttich, Mitglied des Sprecherrats
  • Bürgerinitiative Megatrasse-VG-Nordendorf - Anita Dieminger, Sprecherin
  • Bürgerinitiative Stiftland sagt „NEIN“ (Oberpfalz/Bayern) - Gerald Schmid und Josef Siller, Sprecher
  • BUNDESVERBAND CHRISTLICHE DEMOKRATEN GEGEN ATOMKRAFT (CDAK), CDU/CSU - Mitglieder für die Überwindung der Kernenergie - Dr. Stegmayer, Geschäftsführung sowie Petra Pauly, Pressesprecherin und Ulla Veith, Sekretariat
  • Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink - Maria Quanz, Mitglied im Sprecherkreis
  • Energiegenossenschaft Hohe Waid eG - Dr. Matthias Schütze, Mitglied des Vorstands
  • Flurbereinigungsgenossenschaft Bergrheinfeld - Gerhard Göb, 2. Vorsitzender
  • Jagdgenossenschaft Bergrheinfeld - Winfried Hömer, Vorsitzender
  • Kreisgruppe Westerwald des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz - Ralf Kneisle, Mitglied Sprecherrat
  • Landesnetzwerk Bürger-Energiegenossenschaften Hessen e.V. - Nils Rückheim, Geschäftsführer
  • Mittelhessische Energiegenossenschaft (MiEG) - Diethardt Stamm,Vorstand
  • NE-Solartechnik GmbH & Co KG - Stefan Göb, Geschäftsführer
  • Netzwerk TERRA Energiewende - Walter Trautwein, Sprecher
  • Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP) - Gabriela Schimmer-Göresz, Bundesvorsitzende
  • Ökologische Plattform DER LINKEN - Wolfgang Borchardt für den SprecherInnenrat
  • Regionale Energie- und KlimaschutzAgentur e.V. Braunschweig / Wolfenbüttel (reka) - Heiko Hilmer, 1. Vorsitzender
  • Solar mobil Heidenheim e.V. - Werner Glatzle, Vorsitzender
  • solarheld c/o Infinitum Energie GmbH - Alexander Knebel
  • Sonneninitiative e.V., Verein zur Förderung privater Sonnenkraftwerke - Christian Quast, 1. Vorsitzender
  • Sonne und Strom Photovoltaik Fachbetrieb - Josef Bopp
  • terra-solar e.V. (Sitz Wölfersheim) - Kurt Miller, Vors.
  • WNV Windenergie Nordeifel e.V. - Klaus Pütz, Vorstandsmitglied

 

---

 

„Wir sind mit Leidenschaft dabei, alles zu verhindern, was möglich ist“

„Es ist keinesfalls alles in Butter“, sagte der Sprecher der Bergrheinfelder landwirtschaftlichen Verbände, Norbert Kolb, bei einer Informationsveranstaltung zum aktuellen Stand des Projektes SuedLink.

Es gebe Hinweise, dass in den aktuellen Planungen Regionen mit vorhandener Infrastruktur zusätzlich belastet werden. Dies könne für Bergrheinfeld heftig werden.

Laut Kolb hat Netzbetreiber Tennet zusätzlich zu den zehn Hektar für das im Bau befindliche Umspannwerk Bergrheinfeld-West weitere 16 Hektar Grund erworben – genug für eine Konverterhalle.

 

Für die zusätzlichen Hochspannungsleitungen P43 und P44 seien alternative Trassen über Oberfranken und Hessen geplant. Diese seien 160 Kilometer länger. Ob diese Trassen überhaupt notwendig sind, sei nach wie vor offen. „Aktueller Stand ist, dass alle Planungen wieder bei null beginnen“, sagte Kolb.

 

„Insgesamt ist dies ein komplizierter Sachverhalt mit komplizierten Zuständigkeiten“, stellte Landrat Florian Töpper fest. „Wir müssen mit dem Szenario umgehen, denn wir haben keine Nachricht, dass der SuedLink nicht kommt.“ Der Kreistag habe eine entsprechende Resolution verabschiedet. Als Kommune habe der Landkreis Fragen gestellt nach dem Bedarf und dem Trassenverlauf.

 

Diese seien bis heute nicht beantwortet. Töpper hielte es für besser, wenn eine Behörde statt eines Wirtschaftsunternehmens wie Tennet mit den Planungen beauftragt wäre. Es sei davon auszugehen, dass im Landkreis Schweinfurt eine Konverterhalle gebaut und drei Hochspannungsleitungen in Grafenrheinfeld enden sollen. Doch sei noch nichts belegbar. „Dies müssen wir aber nicht unkommentiert hinnehmen“, so der Landrat.

 

Geprüft werden müsse der tatsächliche Bedarf, ein möglicher Trassenverlauf, die Erdverkabelung und neue Techniken. „Wir sind mit Leidenschaft dabei, alles zu verhindern, was möglich ist“, so Töpper. Wichtig dafür sei der Schulterschluss mit den Bürgern. Er wies auf die Hamelner Erklärung hin, einen Zusammenschluss von 17 von SuedLink betroffenen Landkreisen mit insgesamt fünf Millionen Menschen.

 

„Die Notwendigkeit dieser Trasse muss von einer Behörde geprüft werden“, forderte Armin Wahler. Auch mehr Ehrlichkeit wünscht er sich von der Politik. Zweiter Bürgermeister Dieter Wagner fordert, die betroffenen Menschen vor Ort in die Entscheidung einzubeziehen.

 

„Auf die Bundespolitik können wir kaum Einfluss nehmen“, sagte Töpper. „Wir müssen Lobbyarbeit für den ländlichen Raum machen.“ Bürgermeister Peter Neubert dankte Töpper für die Unterstützung.

 

Quelle: Mainpost.de

Bericht: Horst Fröhling

---

 

Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink ist auch nach Beschlussfassung zur Erdverkabelung äußerst skeptisch und verweist auf Weltklimagipfel

Der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink, der die Interessen vieler Bürgerinitiativen der Länder Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vertritt, zieht vor den Weihnachtsfeiertagen Bilanz:

Natürlich würde die Ausweitung von Erdverkabelung bei Höchstspannungsleitungen den Netzausbau bürgerfreundlicher gestalten. Aber für uns ist die Notwendigkeit von HGÜ-Trassen nach wie vor nicht eindeutig belegt worden.

Nach den vielen Bürgerbeteiligungen der letzten Wochen zum Thema Netzausbau bestätigen sich nun unsere Befürchtungen, dass es durch die Beschlussfassungen in Bundestag und Bundesrat bzgl. der Gesetzesänderungen zum Energieleitungsbau in erster Linie um eine Beschleunigung des Netzausbaus und nicht um die Einbeziehung des Bürgerwillens bei Planungsentscheidungen zum Energieleitungsbau geht.

Wie sonst lässt sich erklären, dass ein Antrag vom Land Nordrhein-Westfalen abgelehnt wurde, der eine regelmäßige Erdverkabelung auch dann fordert, wenn neue Mastreihen für HGÜ-Freileitungen parallel zu bestehenden Trassen gebaut werden sollen? Auch beim Austausch von bestehenden durch noch höhere Masten für HGÜ-Freileitungen, wird die Option der Erdverkabelung nicht berücksichtigt. Die erheblichen Umweltauswirkungen in den betroffenen Regionen und die zusätzliche Belastung der Bevölkerung sind anscheinend nicht entscheidungsrelevant für unsere „Volksvertreter“. Der Blick auf die Thüringer Strombrücke ist ein mahnendes Beispiel, denn die gerade in Betrieb genommene Drehstromtrasse war als Pilotprojekt für Erdverkabelung ausgeschrieben, realisiert wurde kein einziger Meter.

Wir fordern eine starke solidarische Bürgergemeinschaft und eine Abkehr vom St. Floriansprinzip. Wir alle sind betroffen, denn die Bundesregierung verfolgt einen ehrgeizigen Netzausbauplan der sich nicht am Strombedarf im Sinne von Verbrauch und Versorgungssicherheit orientiert, sondern am wachsenden internationalen Stromhandel der weiterhin auch auf fossilen Energieträgern basiert. Freuen können sich darüber nur die Übertragungsnetzbetreiber, die mit ihren Bedarfsermittlungen zur Stromnetzplanung hauptsächlich die eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgen. Davon ist der Bundesverband überzeugt.

Wenn eine Stromleitung im Jahr für eine Stunde überlastet ist, fordern die Netzbetreiber bereits eine Verstärkung oder den Neubau von Stromtrassen. Die Bundesnetzagentur steht in der Verantwortung den tatsächlichen Bedarf auch selbst zu prüfen, denn die Kosten für Regulierungsmaßnahmen müssen denen eines Leitungsneubaus, inklusive Folgekosten für Wartung und Instandhaltung gegenübergestellt werden. Aber wenn Bedarfsermittlung, Planung, Bau und Betrieb der Übertragungsnetze genauso wie die Bewertung der Stellungnahmen zum ersten Entwurf des Netzentwicklungsplanes in den Händen der Übertragungsnetzbetreiber liegen, dann ist dies in unseren Augen eine Kompetenzüberschreitung, der wir mit allen Mitteln entgegenwirken müssen. Diese Bedenken haben wir bei der Bundesnetzagentur deutlich zum Ausdruck gebracht.

Frau Prof. Dr. Claudia Kemfert, ausgewiesene Energieexpertin des DIW in Berlin geht davon aus, dass der Bau der Gleichstromtrassen inklusive des SuedLink zum jetzigen Zeitpunkt nicht zwingend notwendig ist, ein entsprechendes Berechnungsmodell wurde laut ihren Aussagen bereits erstellt. Darin liegt nach Ansicht des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen SuedLink der Knackpunkt aller Bedarfsermittlungen, denn die Eingabe entsprechender Parameter ist ausschlaggebend für die Ergebnisse der Berechnungen. Im Netzentwicklungsplan sollte daher ein Szenario aufgeführt sein, das eine transparente Analyse eines Stromnetzes ohne HGÜ-Leitungen ermöglicht und für die Bevölkerung nachvollziehbar aufzeigt, welche Auswirkungen dies auf die Versorgungssicherheit in Deutschland tatsächlich hätte. Der Ausstieg aus der Kohle wird der Schlüssel zum Erfolg werden, denn wenn kein Kohlestrom mehr transportiert werden muss, dann könnte sich auch der Bedarf am Netzausbau verringern. Die ehrgeizigen Klimaziele, die in Paris ausgerufen wurden zeigen, dass Dekarbonisierung langfristig gesehen der wichtigste Ansatz ist, um der Erderwärmung entgegenzuwirken und den CO2 Ausstoß dauerhaft zu senken.

Obwohl in Deutschland Kohlekraftwerke stillgelegt werden, bleibt der Bundesverband kritisch, denn

anstatt umweltfreundliche Gaskraftwerke zu fördern, sollen in Deutschland alte Kohlemeiler als Notfallreserve eingesetzt werden. Laut Öko-Test erhalten die Konzerne dafür 1,61 Milliarden Euro. Viel Geld für klimaschädliche Kohlekraftwerke, die die Betreiber ohnehin stilllegen wollten. Die Regierung macht dieses Spiel mit und lässt sich von der Kohlelobby mit der Androhung von Arbeitsplatzabbau erpressen. Befremdlich auch die gleichzeitige Inbetriebnahme von neuen Kohlekraftwerken, die mit einer Laufzeit von bis zu 60 Jahren die angestrebten Klimaziele unterlaufen. Kohle wird dann billig u.a. aus Kolumbien unter Missachtung von Menschenrechten importiert. Was das mit Energiewende und Klimaschutz zu tun hat, kann niemand erklären.

Deutschland steht am Scheideweg – auch in der Energiepolitik. Die Verträge von Paris weisen den richtigen Weg, denn alle Teilnehmer der Weltklimakonferenz haben sich eindrucksvoll und verbindlich für den gemeinschaftlichen Klimaschutz und damit für die Erneuerbaren Energien ausgesprochen. Eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende in Deutschland könnte auch für andere Länder beispielhaft und richtungsweisend werden.

Würde man die zügige Weiterentwicklung der unterschiedlichsten Speichertechnologien durch Fördermaßnahmen vorantreiben und regionalen Energiekonzepten Wettbewerbsfähigkeit einräumen, wären bereits die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Energiepolitik gestellt. Die Zubau-Dynamik von hocheffizienten und auf regenerativen Energien basierenden Kraft-Wärme-Koppelungs-Anlagen müsste durch geeignete Maßnahmen und gesetzliche Regelungen sichergestellt werden, um Investoren Planungssicherheit zu geben. KWK-Anlagen mit einem Wirkungsgrad von 80% verknüpfen die Versorgungsbereiche Strom- Wärme- und Gas und leisten bereits jetzt einen wichtigen Beitrag zur Integration der Erneuerbaren Energien.

Wenn man zusätzlich noch berücksichtigt, dass ein gut ausgebautes Stromnetz auf Nieder- und Mittelspannungsebene (inklusive problemloser Erdverkabelung in diesen Spannungsebenen) den SuedLink und die anderen Gleichstromtrassen infrage stellen würde, dann könnten wir vorsichtig optimistisch in das neue Jahr blicken. Dann hätte der Bürgerprotest der letzten Monate zu einer vernünftigen Entwicklung der Energiepolitik in den Regionen, in Deutschland und letztendlich in Europa beigetragen.

 

---

 

Aufruf zur Stellungnahme gegen den aktuellen Netzentwicklungsplan 2025 -NEU: Vorlage zum Downloaden

Der neueste Netzentwicklungsplan kann von uns kommentiert und mit einer Stellungnahme jedes Einzelnen und auch von Gemeinde, sowie Organisationen beantwortet werden.

Diese Möglichkeit sollten wir auf jeden Fall nutzen.

 

Den NEP2025 selbst könnt Ihr auf folgender Seite einsehen bzw. herunterladen:

http://www.netzentwicklungsplan.de/netzentwicklungsplan-2025-version-2015-erster-entwurf

 

Wir möchten Sie bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, dass die Konsultationsphase zum NEP2025 noch bis zum 13.Dezember 2015 läuft

und Ihr bis dorthin ggf. eigene Stellungnahmen abgeben könnt.

Die Modalitäten der Konsultation und einen Teil der bislang eingegangenen Stellungnahmen könnt Ihr auf folgender Seite verfolgen:

http://www.netzentwicklungsplan.de/konsultation-2015

 

Hier eine Vorlage zum Herunterladen, Ausdrucken und Abschicken:

 

 

 

Hier einige Stichpunkte für eine Stellungnahme:

 

  • die Konzepte des Netzentwicklungsplanes 2025 zeigen nicht den Weg zu einer Bürgerenergiewende - sondern lediglich den Weg zu Machtstrukturen der Energiewirtschaft
  • die Konzepte des Netzentwicklungsplanes 2025 berücksichtige in keinster Weise die Notwendigen Schritte zu einer Mensch- und Naturschonenden Energiepolitik
  • Es fehlen Antworten zu Speichertechnologien - Stichwort Power to Gas, es fehlen Netzoptimierende Aussagen wie "Leiterseilmonitoring" und es fehlen Konzepte für eine dezentrale Energieversorgung
  • nachhaltig gestörtes Landschaftsbild/Lebensqualität (Bergrheinfeld Lebenswert)
  • Gesundheitsgefährdung durch ionisierende Wirkung der Gleichstromfelder
  • beeinträchtigt in erheblichen Maße für die Landwirtschaft durch die Mastenstandorte (Wirtschaftlich und Gesundheitlich)
  • Notwendigkeit der Stromtrasse
  • Bereits hohe Belastung der Flure in der Gemeinde (Autobahn, Mülldeponie, Umgehungsstraße, Eisenbahn, Industriegebiet usw.)
  • eine umgehende Information zum geplanten Projekt „P43 – Netzentwicklungsplan“ der Netzverstärkung von Mecklar (Hessen) nach Bergrheinfeld.
  • Wir lehnen das Projekt bzw. eine Trassenführung über die Gemarkung Bergrheinfeld ab.
  • eine umgehende Information zum geplanten Projekt „P44 – Netzentwicklungsplan“ der Netzverstärkung von Schalkau (Thüringen) nach Bergrheinfeld.
  • Wir lehnen das Projekt bzw. eine Trassenführung über die Gemarkung Bergrheinfeld ab.
  • den sofortigen Stopp des Planungsverfahrens SuedLink mit Einleitung eines Moratoriums zur Überprüfung des bisherigen Planungsverfahrens und der Notwendigkeit der Stromtrasse im Netzausbau.
  • den sofortigen Stopp der Planung eines Konverterstandortes zum Projekt SüdLink auf der Gemarkung Bergrheinfeld wie bereits von uns in 2013 im Zusammenhang mit der Standortsuche „Umspannwerk“ von uns gefordert.
  • Da es bisher keinerlei Erfahrungen Bundesweit mit „Konverterstandorten“ gibt lehnen wir diesen aufgrund von nicht bekannten Gesundheitsgefahren im näheren, als auch im weiteren Umfeld ab,
  • sowie durch erhebliche Flächenverluste für Landwirtschaft und Jagdgenossenschaft.
  • Offenlegung der Erhebungen und Prüfungen zur Umweltverträglichkeit der 500 KV-Gleichstromtrasse SuedLink für Mensch und Natur, insbesondere hier zu gesundheitlichen Gefahren.
  • Wir sagen: Ausdrücklich „Ja“ zur Energiewende - Nein zur Stromautobahn SuedLink und dem damit verbundenen Konverter!

 

---

 

Aktuelle Berichterstattungen

 

 

 

 

 

---

 

Herr MdL Günter Felbinger ( Freie Wähler) präsentiert im Rahmen unseres Stammtisches das Gutachten von Herrn Prof. Dr. Jarass mit dem Thema :

 

" Welchen Stromausbau erfordert die Energiewende ?"

Bis zum Jahr 2013 gab es parteiübergreifenden Konsens zum Netzausbau. Seit 2014 gibt es aber wachsende Zweifel an der Sinnhaftigkeit des geplanten Netzausbaus und insbesondere an der Notwendigkeit der in Bayern geplanten HGÜ - Leitungen. Dieser Punkt war auch Hintergrund für den wachsenden Aufstand der Bevölkerung und der Entstehung von Bürgerinitiativen.

Wir von unserer Seite befürchten nach wie vor, daß das Projekt Südlink mit Folgeprojekten mehr denn je, gerade in unserer Region zu einer "europäischen Stromverteilungsdrehscheibe" wird. Neben den Eingriffen in die Natur - sei es hier durch Strommasten, Erdverkabelung oder Nutzung von vorhandenen Leitungen - reden wir mittlerweile von einem geschätzten Kostenvolumen zwischen 30- 40 Mrd. Euro für die Planungen Südlink und Folgeprojekte. Eine Umlegung dieser Summe auf die Verbraucher gilt als ziemlich sicher.

Herr MdL Günter Felbinger ( Freie Wähler) , kämpft vehement gegen dieses Projekt und wird uns deshalb das Gutachten des Herrn Prof. Dr. Jarras vorstellen. Nutzen Sie diese Möglichkeit und besuchen Sie uns an unserem Stammtisch um Hintergründe sowie neutrale Lösungsansätze zu erfahren .

TERMIN :

Mittwoch : 28. Oktober 2015 - 20.00 Uhr - Gasthof zum Weißen Roß - Bergrheinfeld

Wir sprechen alle interessierten Bürger an. Sie sind Herzlich Willkommen.

Eine Initiative des BBV, der Jagdgenossenschaft, Flurbereinigungsgenossenschaft sowie interessierten Bürgern, welche sich zusammen geschlossen haben.

 

---

 

Neues Gutachten von Prof. Dr. Jarras zeigt deutliche Mängel im Netz-entwicklungsplan

 

Das Gutachten haben wir HIER zum downloaden und durchlesen.

 

Hier ein weiteres Gutachten von Wolf von Fabeck zum Thema.

 

(Bildquelle: Vortrag Dr. Prof. Jarras)

---

 

Ältere Aktivitäten finden Sie unter "Archiv"

 

 

Nächste Termine:

 

 

  • Mittwoch, 29.06.16 - 20 Uhr
  • Monatlicher Stammtisch zum Thema "Bergrheinfeld gegen Südlink und Folgeprojekte" im Gasthof "Zum Weißen Roß" in Bergrheinfeld

 

Wir laden dazu alle Bürger Bergrheinfelds und Garstadts ein, aber auch interessierte Bürger aus den betroffenen Ortsteilen und Gemeinden im Landkreis Schweinfurt und Umgebung. Wir geben weiteren Überblick, was sich bis dato bezüglich Südlink und Folgeprojekte getan hat und bringen Sie so auf den aktuellen Stand.

 

Bitte unterstützen Sie uns gegen den Südlink. Gemeinsam macht stark. Wir freuen uns auf Ihr erscheinen. Weiterhin findet dieser Stammtisch regelmässig am letzten Mittwoch im Monat statt.

 

 

HIER* geht es zu den Veranstaltungen

auf unserer Facebook- Seite

Copyright © All Rights Reserved

Diese Website ist eine Initiative von:

Bayerischer Bauernverband OV Bergrheinfeld

Jagdgenossenschaft Bergrheinfeld

Flurbereinigungsgenossenschaft Bergrheinfeld

Aktive und interessierte Bürger

*)externer Link auf unsere Facebook- Seite (kein Login notwendig)

Empfehle unsere Seite